
Abgeschlossene Bestandsaufnahme des Erzeugungsportfolios mit belastbaren Kennzahlen; Kommunale Klimaschutzziele als Orientierungsrahmen
Die Maßnahme zielt auf die Erarbeitung einer mehrjährigen EE-Ausbaustrategie ab, die den Anteil erneuerbarer Energien an der Stromerzeugung systematisch steigert und als verbindliche Entscheidungsgrundlage in der Unternehmensplanung verankert wird. Ausgangspunkt ist eine vorliegende Bestandsaufnahme des Erzeugungsportfolios, auf deren Basis strategische Zielgrößen definiert werden – insbesondere der angestrebte EE-Anteil (%), die CO₂-Intensität (g/kWh), ein Investitionsrahmen sowie ein zeitlicher Zielpfad. Diese Zielgrößen werden mit den kommunalen Klimaschutzzielen und den Erwartungen der Gesellschafter abgeglichen und durch Beschluss der Geschäftsführung bzw. der kommunalen Gremien legitimiert. Im Kern der Maßnahme steht eine strukturierte Optionenbewertung, bei der verschiedene Wege zur EE-Steigerung differenziert betrachtet werden: der Bau eigener Erzeugungsanlagen (z. B. PV-Freiflächenanlagen, Windenergie), Beteiligungen an Erzeugungsprojekten Dritter, langfristige Stromabnahmeverträge (PPAs) sowie die Beschaffung von Herkunftsnachweisen (HKN). Diese Optionen unterscheiden sich grundlegend hinsichtlich Kapitalbindung, Wertschöpfungstiefe, Planungshorizont und Glaubwürdigkeit der Dekarbonisierung und werden daher jeweils auf Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und regulatorische Voraussetzungen geprüft. Ergänzend werden Bürgerbeteiligungsmodelle (z. B. Energiegenossenschaften, Crowdinvesting) als Finanzierungs- und Akzeptanzoption bewertet. Schnittstellen zur kommunalen Wärmeplanung, z. B. hinsichtlich der zukünftigen Rolle von KWK-Anlagen oder Power-to-Heat, werden explizit berücksichtigt. Auf Basis der Optionenbewertung werden zwei bis drei Ausbauszenarien (konservativ, ambitioniert, regulatorischer Worst Case) modelliert, die Investitionsvolumina, EE-Anteile und CO₂-Reduktionspfade über einen Zeitraum von 10–15 Jahren abbilden. Daraus wird eine priorisierte Roadmap mit Meilensteinen, Verantwortlichkeiten, Budgetierung und Abhängigkeiten (Genehmigungsverfahren, Netzkapazitäten, Flächenverfügbarkeit, Ausschreibungsfristen) abgeleitet. Eine begleitende Risikoanalyse adressiert insbesondere Marktpreisvolatilität, regulatorische Änderungen, Netzengpässe und Flächenknappheit. Voraussetzungen sind ein strategischer Auftrag der Gesellschafter, die Einbindung aller relevanten Fachbereiche (Erzeugung, Netz, Finanzen, Recht) sowie ausreichend Kapazität für die strategische Planung abseits des Tagesgeschäfts. Ergebnis ist eine beschlossene EE-Ausbaustrategie mit mehrjähriger Roadmap, Budgetrahmen, Risikokatalog und definierten KPIs, die als Steuerungsgrundlage für Investitionsentscheidungen, Projektpriorisierungen und das jährliche Monitoring dient. Die Vorteile liegen in erhöhter Planungssicherheit, faktenbasierter Investitionssteuerung, einer konsistenten Kommunikationsbasis gegenüber Gesellschaftern und Öffentlichkeit sowie der frühzeitigen Sicherung von Flächen, Fördermitteln und Netzanschlusskapazitäten.