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Die Maßnahme beschreibt einen systematischen Prozess, mit dem Stadtwerke bei konkreten Energiewendeprojekten gezielt Bürger:innen mit eigener Erfahrung als Referenzpersonen einbinden, um Hemmschwellen in der Nachbarschaft abzubauen und die Akzeptanz sowie Teilnahmebereitschaft zu erhöhen. Hintergrund ist der empirisch belegte Nachbarschaftseffekt: Die Wahrscheinlichkeit, dass Bürger:innen sich für eine PV-Anlage, einen Wärmenetzanschluss oder eine energetische Sanierung entscheiden, steigt signifikant, wenn sie im persönlichen Umfeld positive Erfahrungsberichte von Menschen in vergleichbarer Situation hören. Diesen Effekt können Stadtwerke gezielt unterstützen, indem sie zufriedene Kund:innen identifizieren, ansprechen und ihnen eine Bühne bieten – sei es auf einer Infoveranstaltung, in einem kurzen Video oder in einer Broschüre. Im Unterschied zu einem formalisierten Botschafter:innen-Programm mit Schulungen und dauerhaftem Engagement handelt es sich hier um einen schlanken, projektgebundenen Prozess: Steht ein konkretes Vorhaben an (z.B. der Ausbau eines Wärmenetzes in einem Quartier, die Vermarktung einer PV-Quartierslösung oder die Einführung eines neuen Wärmepumpen-Contracting-Angebots) identifiziert das Stadtwerk aus seinem bestehenden Kundenstamm 2–5 Personen, die bereits eine vergleichbare Lösung nutzen und bereit sind, ihre Erfahrung zu teilen. Die Ansprache erfolgt persönlich und wertschätzend; die Bürger:innen erhalten ein kurzes Briefing zu Rahmen und Ablauf, benötigen aber keine fachliche Schulung, da gerade ihre authentische, ungefilterte Perspektive den Mehrwert ausmacht. Die Einsatzmöglichkeiten sind vielfältig: Testimonials können bei Quartiersabenden als Gesprächspartner:innen am Erfahrungstisch eingesetzt werden, in einem kurzen Videoclip auf der Website oder in sozialen Medien zu Wort kommen, in Informationsbroschüren mit Foto und Zitat erscheinen oder bei einem Tag der offenen Baustelle anwesend sein und Fragen beantworten. Entscheidend ist, dass die Testimonials freiwillig und ohne finanzielle Gegenleistung agieren – ihre Glaubwürdigkeit basiert auf Authentizität und persönlicher Überzeugung, nicht auf einer Vergütung durch das Stadtwerk. Eine kleine Aufmerksamkeit (z. B. Gutschein) als Dankeschön ist angemessen und üblich. Der Aufwand für das Stadtwerk ist gering, da der Prozess in bestehende Projektkommunikation integriert werden kann. Voraussetzung ist lediglich, dass ein konkretes Projekt besteht und dass das Stadtwerk über Kundendaten verfügt, mit denen geeignete Referenzpersonen identifiziert werden können. Die Maßnahme eignet sich besonders gut in Kombination mit Quartiersdialogen: Während das Stadtwerk den fachlichen Rahmen liefert, schaffen die Testimonials eine emotionale und erfahrungsbasierte Ebene, die institutionelle Kommunikation allein nicht erreichen kann. Stadtwerke profitieren durch eine messbar höhere Anschlussbereitschaft, verkürzte Entscheidungsprozesse bei Bürger:innen und eine gestärkte Wahrnehmung als bürgernaher Akteur, der nicht nur über die Energiewende spricht, sondern konkrete Menschen zeigt, die sie bereits leben.