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Aufbau digitaler Vertriebskanäle und Abschlussprozesse für grüne Energieprodukte
Adressierte Fähigkeiten
  • Vertrieb grünen Stroms
  • Kundenmanagement
  • Digitaler Kundenservice
  • Vertrieb grüner Wärme
  • Vertrieb grüner Gase
  • Energiedienstleistungen
Voraussetzungen

Funktionale Website mit CMS; CRM-System; Self-Service-Portal

Kurzbeschreibung

Stadtwerke stehen im Vertrieb grüner Energieprodukte zunehmend im Wettbewerb mit Anbietern, die mit schlanken Online-Abschlussprozessen, transparenten Produktvergleichen und gezieltem digitalem Marketing insbesondere wechselbereite und nachhaltigkeitsaffine Kunden ansprechen. Während viele Stadtwerke bereits an Self-Service-Portalen, CRM-Systemen und digitalen Servicekanälen arbeiten, fehlt häufig eine gezielt auf Neukundengewinnung und Produktvermarktung ausgerichtete digitale Vertriebsinfrastruktur – insbesondere für grüne Strom-, Wärme- und Gasprodukte sowie Energiedienstleistungen. Die vorliegende Maßnahme adressiert diesen vertrieblichen Digitalisierungsbedarf und fokussiert auf die Phasen der Customer Journey vor und während des Vertragsabschlusses: Aufmerksamkeit, Information, Beratung und Abschluss. Kern der Maßnahme ist der Aufbau eines vollständig digitalen Vertriebs- und Abschlussprozesses für grüne Energieprodukte. Dies umfasst zunächst die Sichtbarkeit und Auffindbarkeit: Suchmaschinenoptimierung (SEO) für nachhaltigkeitsbezogene Suchanfragen, Content-Marketing zu Themen wie Grünstrom, Energiewende, PV oder E-Mobilität, gezieltes Management der Präsenz auf Vergleichsportalen (Verivox, Check24) sowie Social-Media-Kampagnen mit Nachhaltigkeitsfokus. Darauf aufbauend werden digitale Beratungs- und Entscheidungshilfen entwickelt: interaktive Tarifrechner mit integriertem CO₂-Vergleich, Online-Produktberater, die auf Basis weniger Fragen das passende grüne Produkt empfehlen, Erklärformate für komplexe Angebote (dynamische Tarife, Regionalstrom, PPA-basierte Produkte) sowie Transparenz-Elemente wie Herkunftsvisualisierung (welche Anlage liefert meinen Strom?) oder Nachhaltigkeitsvergleiche. Der eigentliche Abschlussprozess wird vollständig digital und medienbruchfrei gestaltet – vom Tarifwechsel über den Anbieterwechsel bis hin zur Beauftragung von Energiedienstleistungen (PV-Anlage, Wallbox, Contracting) mit digitaler Identifizierung und elektronischer Unterschrift. Für erklärungsbedürftige Produkte wie PV-Komplettlösungen, Ladeinfrastruktur oder umfassende Contracting-Modelle sollte ein hybrides Beratungsmodell vorgesehen werden, das den digitalen Kanal bewusst mit persönlicher Beratung verbindet: Online-Terminbuchung für Vor-Ort-Beratung, Video-Beratungsoption oder Chat-to-Call-Funktionalität. Stadtwerke können so ihre spezifische Stärke – persönliche Erreichbarkeit und regionale Vertrauensbasis – mit digitaler Convenience verbinden, statt den digital-nativen Anbietern auf deren Terrain direkt nachzueifern. Ergänzend wird eine datengestützte Optimierung der Vertriebskanäle etabliert: Conversion-Tracking entlang der gesamten digitalen Journey, A/B-Testing von Produktseiten und Abschlussprozessen, Analyse von Abbruchpunkten sowie Marketing-Automation für Lead-Nurturing (z. B. wenn ein Interessent den Tarifrechner nutzt, aber nicht abschließt). Die gewonnenen Erkenntnisse fließen kontinuierlich in die Optimierung der Seiten, Prozesse und Kampagnen ein. Voraussetzung ist, dass grundlegende digitale Infrastruktur (Website mit CMS, Kundenportal, CRM-System) bereits vorhanden oder parallel im Aufbau ist. Die Maßnahme setzt auf dieser Basis auf und erweitert sie gezielt um Vertriebsfunktionalitäten. Sie sollte eng mit der Vertriebsstrategie verzahnt werden, um sicherzustellen, dass die digital priorisierten Produkte und Zielgruppen mit den strategischen Zielen übereinstimmen. Die Umsetzung kann schrittweise erfolgen – vom Quick Win (optimierter Online-Tarifabschluss für Ökostromtarif) bis zur umfassenden digitalen Vertriebsplattform mit Produktberater, Herkunftstransparenz und automatisierter Kampagnensteuerung.

Aufwand
Personeller Aufwand
mittel
Zeitlicher Rahmen
mittel
Komplexität
mittel
Ressourcen

Personelle Ressourcen:

  • Projektleitung
  • Online-Marketing-Manager:in
  • Content-Ersteller:in
  • Webentwicklung

Materielle Ressourcen:

  • SEO-Tools
  • Webanalyse-Tool
  • Tarifrechner-Software
  • CMS
  • Digital-Signatur-Lösung
Möglicher Ablauf
  1. Analyse und Priorisierung
  2. Konzeption und Content-Aufbau
  3. Technische Umsetzung
  4. Go-Live und Kampagnenstart
  5. Erweiterung und Skalierung
  6. Kontinuierliche Optimierung
Risiken
  • Elemente werden ohne ausreichende Nutzerforschung konzipiert und von Interessenten nicht angenommen oder nicht verstanden
  • Medienbrüche im Abschlussprozess bleiben bestehen, weil das Abrechnungssystem bestimmte digitale Prozessschritte nicht unterstützt
  • Produktinformationen, CO₂-Werte, Preise oder regulatorische Hinweise werden nicht gepflegt
  • fehlerhafte Angaben führen zu Vertrauensverlust oder rechtlichen Risiken
Erfahrungen aus der Praxis