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Einführung eines grundlegenden Risikomanagementprozesses
Adressierte Fähigkeiten
  • Risikomanagement
Voraussetzungen

keine

Kurzbeschreibung

Die Maßnahme „Einführung eines grundlegenden Risikomanagementprozesses“ unterstützt Stadtwerke dabei, einen einfachen und praxistauglichen Umgang mit Risiken im Arbeitsalltag zu etablieren. Sie ist insbesondere für Stadtwerke geeignet, die noch kein formales Risikomanagementsystem aufgebaut haben, aber Risiken in zentralen Prozessen, Projekten und Entscheidungsabläufen systematischer erfassen und bearbeiten möchten. Der Fokus liegt auf einem niedrigschwelligen Einstieg, der ohne hohe formale Anforderungen umsetzbar ist und als Vorstufe zu einem späteren standardisierten Risikomanagement dienen kann. Typische Anwendungsbereiche sind Digitalisierungsprojekte, Dekarbonisierungsvorhaben, Investitionsentscheidungen, IT, Netzbetrieb, Beschaffung, Personal und Vertrieb. Im Kern werden Risiken regelmäßig identifiziert, nach einer einfachen Logik bewertet, dokumentiert und mit Verantwortlichkeiten sowie möglichen Gegenmaßnahmen verknüpft. Dazu werden zunächst die wichtigsten Risiken in den relevanten Geschäftsbereichen oder Projekten gesammelt, zum Beispiel IT-Ausfälle, regulatorische Änderungen, Preisrisiken, Fachkräftemangel oder Projektverzögerungen. Anschließend werden sie anhand einfacher Kriterien wie Eintrittswahrscheinlichkeit und möglicher Auswirkung eingeschätzt, priorisiert und in einer einheitlichen Risikoübersicht festgehalten, etwa in Excel. Für besonders relevante Risiken werden zuständige Personen benannt, Maßnahmen zur Begrenzung oder Beobachtung festgelegt und feste Zeitpunkte zur Überprüfung vereinbart. Besonders wichtig ist, den Prozess in bestehende Besprechungs- und Steuerungsformate einzubetten, damit er nicht als zusätzliche Pflicht, sondern als Unterstützung für fundierte Entscheidungen wahrgenommen wird. Voraussetzung ist eine gewisse Offenheit im Umgang mit Unsicherheiten und Problemen sowie die Bereitschaft der Führungskräfte, den Prozess aktiv zu unterstützen. Der Nutzen besteht vor allem in einer höheren Transparenz über wesentliche Risiken, einer verbesserten Priorisierung von Handlungsbedarfen und einer stärkeren organisatorischen Resilienz. Gerade im Kontext von Digitalisierung und Dekarbonisierung hilft die Maßnahme dabei, Unsicherheiten frühzeitig sichtbar zu machen und Projekt- oder Investitionsentscheidungen robuster vorzubereiten.

Aufwand
Personeller Aufwand
mittel
Zeitlicher Rahmen
mittel
Komplexität
mittel
Ressourcen

Personelle Ressourcen:

  • Unterstützung durch Geschäftsführung oder Bereichsleitungen
  • koordinierende Person zur Vorbereitung, Dokumentation und Nachverfolgung
  • Mitarbeit der Fachbereiche und Projektverantwortlichen

Materielle Ressourcen:

  • einfache Risikoübersicht bzw. Risikoregister, z. B. in Excel
  • einfache Bewertungslogik nach Eintrittswahrscheinlichkeit und Auswirkung
  • bestehende Besprechungsformate für regelmäßige Risiko-Reviews
  • gemeinsame Ablagestruktur für Dokumentation und Aktualisierung
  • optional kurze interne Einführung oder Handreichung
Möglicher Ablauf
  1. Ziel, Umfang und betrachtete Bereiche festlegen
  2. Zuständigkeiten benennen
  3. wesentliche Risiken in Prozessen, Projekten und Geschäftsbereichen sammeln
  4. Risiken anhand einfacher Kriterien bewerten
  5. relevante Risiken priorisieren
  6. Gegenmaßnahmen oder Beobachtungsmaßnahmen festlegen
  7. Risiken, Bewertungen, Maßnahmen und Verantwortlichkeiten dokumentieren
  8. regelmäßige Überprüfung in bestehende Besprechungs- und Steuerungsformate integrieren
  9. Prozess nach einer Pilotphase anpassen und bei Bedarf ausweiten
Risiken
  • Zu komplexer Einstieg und Überforderung der beteiligten Bereiche
  • Wahrnehmung als zusätzlicher Bürokratieaufwand
  • Risiken werden erfasst, aber nicht regelmäßig aktualisiert
  • fehlende Verknüpfung mit konkreten Maßnahmen
  • unklare Zuständigkeiten für Risiken und Gegenmaßnahmen
  • Fokus nur auf operative statt auch strategische Risiken
  • kritische Risiken werden wegen fehlender offener Kommunikationskultur nicht frühzeitig angesprochen
Erfahrungen aus der Praxis