SW Check Logo
Entwicklung von Zukunftsszenarien
Adressierte Fähigkeiten
  • Risikomanagement
Voraussetzungen

keine

Kurzbeschreibung

Die Maßnahme „Entwicklung von Zukunftsszenarien“ unterstützt Stadtwerke dabei, mit Unsicherheiten und langfristigen Veränderungen strukturierter umzugehen. Statt nur aktuelle Risiken zu betrachten, werden mit dieser Maßnahme mehrere plausible Zukunftsentwicklungen systematisch durchdacht, um deren mögliche Auswirkungen auf das Unternehmen frühzeitig sichtbar zu machen. Sie eignet sich insbesondere für Stadtwerke, die sich in einem von Unsicherheit geprägten Umfeld bewegen, etwa durch die Energiewende, regulatorische Veränderungen, volatile Energiemärkte, Fachkräftemangel, Digitalisierung, Klimafolgen oder veränderte Kundenerwartungen. Ziel ist es, nicht eine einzelne Zukunft vorherzusagen, sondern verschiedene denkbare Entwicklungen zu analysieren und daraus robuste Handlungsoptionen abzuleiten. Im Kern werden relevante Einflussfaktoren identifiziert, in ihren möglichen Ausprägungen beschrieben und zu konsistenten Szenarien verdichtet. Für Stadtwerke können dabei beispielsweise Entwicklungen bei Energiepreisen, Förderbedingungen, gesetzlichen Vorgaben, Netzbelastungen, Personalverfügbarkeit, Technologieverbreitung oder der Nachfrage nach neuen Energiedienstleistungen eine Rolle spielen. Die erarbeiteten Szenarien dienen anschließend dazu, strategische Entscheidungen, Investitionen, Geschäftsmodelle, Infrastrukturplanungen und Transformationsprojekte unter unterschiedlichen Zukunftsannahmen zu prüfen. Besonders sinnvoll ist die Maßnahme im Zusammenhang mit Digitalisierungs- und Dekarbonisierungsvorhaben, bei denen Fehlentscheidungen oder zu starre Planungen langfristige Folgen haben können. Wichtig ist, Zukunftsszenarien nicht als rein theoretische Übung zu verstehen, sondern eng mit bestehenden Strategie-, Risiko- und Planungsprozessen zu verknüpfen. Die Maßnahme kann zunächst in einem klar abgegrenzten Themenfeld beginnen, etwa zur Wärmeversorgung, zum Netzbetrieb, zu neuen Geschäftsfeldern oder zur Gesamtstrategie des Stadtwerks. Voraussetzung ist die Bereitschaft, Unsicherheiten offen zu diskutieren und auch alternative Entwicklungen ernsthaft in Betracht zu ziehen. Hilfreich sind bereichsübergreifende Perspektiven, da unterschiedliche Fachbereiche verschiedene Veränderungen und Risiken wahrnehmen. Der Nutzen besteht vor allem darin, die strategische Vorausschau zu stärken, Handlungsoptionen frühzeitig vorzubereiten und Entscheidungen robuster gegenüber externen Veränderungen zu machen. Damit leistet die Maßnahme einen wichtigen Beitrag zur Resilienz und Zukunftsfähigkeit von Stadtwerken in einem dynamischen Transformationsumfeld.

Aufwand
Personeller Aufwand
mittel
Zeitlicher Rahmen
mittel
Komplexität
mittel
Ressourcen

Personelle Ressourcen:

  • Unterstützung durch Geschäftsführung oder Strategieverantwortliche
  • koordinierende Person oder kleines Projektteam für die Organisation des Szenarioprozesses
  • Mitarbeit relevanter Fachbereiche
  • optional externe Expertise oder Moderation bei methodischer Unterstützung

Materielle Ressourcen:

  • Daten und Informationen zu Markt-, Regulierungs-, Technologie- und Unternehmensentwicklungen
Möglicher Ablauf
  1. Ziel, Betrachtungsrahmen und Zeithorizont der Szenarioentwicklung festlegen
  2. relevantes Themenfeld oder strategischen Fokus bestimmen
  3. zentrale Einflussfaktoren und Unsicherheiten identifizieren
  4. mögliche Ausprägungen dieser Einflussfaktoren beschreiben
  5. daraus mehrere konsistente Zukunftsszenarien entwickeln
  6. Auswirkungen der Szenarien auf das Stadtwerk, seine Geschäftsbereiche und geplante Vorhaben analysieren
  7. strategische Optionen und robuste Maßnahmen ableiten
  8. Ergebnisse dokumentieren und mit bestehenden Strategie-, Risiko- und Planungsprozessen verknüpfen
  9. Szenarien in regelmäßigen Abständen überprüfen und bei Bedarf aktualisieren
Risiken
  • Die Szenarien beruhen auf unzutreffenden oder zu einseitigen Annahmen
  • der Prozess bleibt zu abstrakt und führt nicht zu konkreten strategischen Ableitungen
  • relevante Fachbereiche werden nicht ausreichend eingebunden
  • Szenarien werden einmalig erstellt, aber später nicht weiter genutzt oder aktualisiert
  • es werden nur wahrscheinliche statt auch kritische oder alternative Entwicklungen betrachtet
  • die Ergebnisse werden nicht in strategische Entscheidungen, Investitionsplanungen oder Risikobetrachtungen integriert
Erfahrungen aus der Praxis