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Erneuerbare Energieversorgung durch Eigenerzeugung, Speicherung und Grünstrombezug
Adressierte Fähigkeiten
  • Vorbildfunktion
Voraussetzungen

keine

Kurzbeschreibung

Die Maßnahme zur Umstellung auf erneuerbare Energieversorgung bündelt zwei zentrale Ansätze: die Eigenerzeugung von Strom und Wärme durch Installation von Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und weiteren erneuerbaren Energiequellen in Kombination mit geeigneten Energiespeicherlösungen sowie den vollständigen Bezug von 100 % grünem Strom aus externen erneuerbaren Quellen für die eigenen Liegenschaften und den Fuhrpark. Gemeinsam bilden diese beiden Elemente eine ganzheitliche Strategie zur klimaneutralen Energieversorgung des Stadtwerks. Als Grundlage für die Umsetzung empfiehlt sich eine Bestandsaufnahme der bestehenden Energieversorgung sowie eine Potenzialanalyse für Eigenerzeugung und Speicherung. Sofern im Stadtwerk bereits eine Emissionsbilanzierung, Energieaudits oder ein Dekarbonisierungsplan erarbeitet wurden, können diese Ergebnisse direkt genutzt werden. Auf Basis dieser Erkenntnisse können geeignete Technologien ausgewählt und priorisiert werden, etwa Dach-PV-Anlagen, Wärmepumpen oder Batteriespeicher. Parallel dazu wird geprüft, welche Bedarfe nicht durch Eigenerzeugung gedeckt werden können und wie diese durch zertifizierten Grünstrom aus nachhaltigen Quellen wie Wind, Sonne oder Wasser gedeckt werden. Bei der Auswahl externer Stromanbieter sollte auf anerkannte Nachweise wie das EKOenergy-Label oder Herkunftsnachweise gemäß EU-Richtlinie geachtet werden. Dabei sind stets geltende regulatorische Vorgaben und verfügbare Förderprogramme zu berücksichtigen und in die Planung zu integrieren. Der Fortschritt der Umstellung wird anhand konkreter Kennzahlen gemessen, etwa dem Anteil erneuerbarer Energien am Gesamtverbrauch (%), der CO₂-Intensität in g/kWh, den Kosten pro kWh sowie der Zertifizierbarkeit nach anerkannten Labels. Diese Kennzahlen schaffen Transparenz und ermöglichen eine faktenbasierte Steuerung der Maßnahme. Digitale Monitoring-Tools ermöglichen eine kontinuierliche Überwachung von Eigenproduktion, Speicherauslastung und Fremdbezug. Eine schrittweise Umsetzung, beginnend mit Bereichen mit hohem Potenzial, reduziert den initialen Aufwand und ermöglicht eine lernbasierte Skalierung. Langfristig trägt die Umstellung auf eine vollständig erneuerbare Energieversorgung maßgeblich zur Klimaneutralität des Stadtwerks bei, senkt Betriebskosten, reduziert die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern und stärkt die Vorbildfunktion des Unternehmens in der Region. Die Maßnahme ist damit ein zentraler Baustein der Dekarbonisierungsstrategie.

Aufwand
Personeller Aufwand
hoch
Zeitlicher Rahmen
hoch
Komplexität
hoch
Ressourcen

Personelle Ressourcen:

  • Projektleitung für die Gesamtkoordination und Stakeholder-Management
  • Energiemanagement für Bestandsaufnahme, Potenzialanalyse, Technologieauswahl und Monitoring
  • Technisches Personal für Installation, Betrieb und Wartung von PV, Wärmepumpen und Speichern
  • Einkauf für die Ausschreibung und Vertragsgestaltung mit Grünstromanbietern und Dienstleistern
  • Fördermittelmanagement für die Identifikation und Beantragung geeigneter Förderprogramme
  • Rechtsabteilung für regulatorische Prüfung
  • externe Fachplaner für Planungsleistungen (z.B. PV-Planung, Statik)

Materielle Ressourcen:

  • Eigenerzeugungsanlagen (PV-Dachanlagen, Wärmepumpen, ggf. Kleinwindanlagen)
  • Speicherlösungen (Batteriespeicher, Wärmespeicher)
  • Netzinfrastruktur (Wechselrichter, Ladeinfrastruktur Fuhrpark, Zähler/Messtechnik)
  • Monitoring-Software (Digitales Energiemanagementsystem)
Möglicher Ablauf
  1. Bestandsaufnahme und Potenzialanalyse der Liegenschaften und des Fuhrparks
  2. Definition von Kennzahlen und Erfolgsparametern (z. B. Anteil erneuerbarer Energien, CO₂-Intensität, Kosten pro kWh)
  3. Technologieauswahl und Priorisierung der Umsetzungsorte
  4. Fördermittelprüfung und Finanzierungsplanung
  5. Planung, Genehmigung und Ausschreibung
  6. Installation und Inbetriebnahme der Anlagen (PV, Wärmepumpen, Speicher)
  7. Abschluss oder Umstellung von Grünstromverträgen mit zertifizierten Anbietern
  8. Einrichtung des Monitorings und laufende Erfolgskontrolle anhand der definierten Kennzahlen
Risiken
  • Lange Genehmigungs- und Planungsverfahren können die Umsetzung erheblich verzögern
  • Abhängigkeit von Lieferketten und begrenzter Verfügbarkeit von Fachkräften und Installationsbetrieben
  • Marktpreisvolatilität bei Grünstromverträgen und Energiepreisen erschwert eine verlässliche Wirtschaftlichkeitsplanung
  • Technische und wirtschaftliche Machbarkeit der Eigenerzeugung variiert stark je nach Standort, Liegenschaft und baulichen Gegebenheiten
  • Regulatorische Änderungen (z. B. bei Einspeisevergütung, Förderbedingungen oder Zertifizierungsanforderungen) können die Wirtschaftlichkeit der Maßnahme beeinflussen
  • Hohe Anfangsinvestitionen und lange Amortisationszeiten können die Umsetzung bei fehlenden Finanzierungsmitteln hemmen
  • Begrenzte Netzanschlusskapazitäten können die Integration von Eigenerzeugungsanlagen technisch einschränken
  • Ohne regelmäßige Erfolgskontrolle anhand der definierten Kennzahlen bleibt der tatsächliche Fortschritt der Umstellung unklar
Erfahrungen aus der Praxis