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Die Maßnahme „Flexible Rollenverteilung" zielt darauf ab, die Zusammenarbeit zwischen Organisationseinheiten in Stadtwerken strategisch zu flexibilisieren und auf individuelle Kompetenzen und Interessen der Mitarbeitenden auszurichten. Klassisch sind Aufgaben in festen Zuständigkeiten organisiert, wodurch die Kollaboration zwischen Abteilungen häufig starr bleibt und Potenziale für Innovation und bereichsübergreifendes Arbeiten ungenutzt bleiben. Mit flexiblen Rollenmodellen können Mitarbeitende unterschiedliche Aufgaben, Projekte oder Teilbereiche übernehmen, basierend auf ihren Fähigkeiten, Interessen und Erfahrungen. Dies fördert Motivation, Eigenverantwortung und bereichsübergreifendes Wissen. Die Umsetzung umfasst die Identifikation von Schlüsselaufgaben, die flexible Besetzung sinnvoll zulassen, sowie die strukturierte Dokumentation von Kompetenzen und Entwicklungszielen der Mitarbeitenden. Dabei ist vorab zu prüfen, in welchen Arbeitsbereichen flexible Rollen tatsächlich erfolgsstiftend sind, da dieses Modell nicht für alle Funktionsbereiche eines Stadtwerks gleichermaßen geeignet ist. Rollen werden projekt- oder prozessbasiert vergeben, sodass Mitarbeitende je nach Bedarf zwischen Aufgaben und Teams wechseln können. Eine transparente Kommunikation und klar definierte Abstimmungsprozesse verhindern Doppelarbeit und unklare Zuständigkeiten. Als Orientierungsrahmen können agile Methoden wie Scrum herangezogen werden, die auf den Prinzipien der Selbstorganisation, kontinuierlichen Verbesserung und funktionsübergreifenden Zusammenarbeit basieren. Dabei müssen solche Methoden nicht vollständig übernommen werden, sondern können selektiv und angepasst an die jeweiligen Prozesse eingesetzt werden. Regelmäßige Retrospektiven unterstützen dabei eine Fehler- und Lernkultur und ermöglichen die kontinuierliche Weiterentwicklung der Rollenverteilung auf Basis von Erfahrungen und Feedback. Die Schnittstellen zur Linienorganisation sind klar zu klären, um Entscheidungsbefugnisse eindeutig zu definieren und Konflikte zwischen projektbasierter Rollenlogik und bestehenden Hierarchien zu vermeiden. Für Stadtwerke, die technisch und organisatorisch komplexe Projekte durchführen, etwa Netzausbau, Smart-Meter-Rollouts oder Digitalisierungsvorhaben, ermöglicht die Maßnahme eine optimale Nutzung interner Kompetenzen und beschleunigt die Umsetzung bereichsübergreifender Projekte. Gleichzeitig erfordert die Einführung flexibler Rollenmodelle einen kulturellen Wandel: Führungskräfte müssen bereit sein, Kontrolle abzugeben und Eigenverantwortung der Mitarbeitenden aktiv zu fördern. Dies setzt gezielte Begleitung und ggf. Schulungen in agilen Arbeitsweisen voraus. Zudem sind tarifliche und mitbestimmungsrechtliche Rahmenbedingungen frühzeitig zu berücksichtigen, da flexible Rollenverteilungen Auswirkungen auf Stellenbeschreibungen und Eingruppierungen haben können und damit eine frühzeitige Einbindung des Betriebsrats erforderlich machen. Langfristig trägt die Maßnahme dazu bei, bereichsübergreifende Kollaborationen strategisch auf Unternehmensziele auszurichten und flexibel an aktuelle Anforderungen anzupassen. Mitarbeitende erhalten die Möglichkeit, sich weiterzuentwickeln, Verantwortung zu übernehmen und bereichsübergreifend zur Wertschöpfung beizutragen.